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"Versuchst Du nicht, mich
zu kontrollieren, indem Du mich in ein starres Schema presst, so wirst auch Du
nicht von mir kontrolliert, da ich nicht von Dir verlange, Dein Schema
konsequent einzuhalten."
Dieses Zitat stammt von meinem Fuchswallachen Sveidi,
der vielleicht der beste Lehrer ist, dessen
Aufmerksamkeit ich in meinem bisherigen Leben genießen
durfte. Nachdem ich ihn durch meine Kaufentscheidung aus
seinem eintönigen und überfordernden Leben als
Schulpferd befreit hatte, erhielt ich von ihm ein
besonders wertvolles Geschenk. Ich konnte mich von
meinem Pferd in die Geheimnisse des gemeinsamen Spielens
einweihen lassen. Auf diese Weise lehrte mich mein
behufter Freund, die vielfältigen Möglichkeiten der
Harmonie zwischen Mensch und Pferd zu entdecken und
jeden Tag wieder zu erleben.
Beim Spielen mit Pferden lasse ich eine gemeinsame
Kommunikationsbasis zwischen Mensch und Pferd entstehen. Dabei lernen sich
Mensch und Pferd gegenseitig lesen und verstehen. Aus der Anleitung durch den
Menschen und der Körpersprache des Pferdes baut sich eine neue harmonische
Sprache auf, die genau auf die Bedürfnisse der jeweiligen Kleinstherde aus
Mensch und Pferd zugeschnitten ist.
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Ein gut eingearbeitetes Pferd sieht im Spiel eine motivierende
und lohnende Rätselralley, an der es sich entspannt und locker beteiligen kann
und in der es eigentlich keine Fehler machen kann. Ein solches Pferd wird seinen
Menschen mit eigenständigen Problemlösungen
und kreativen Spielvorschlägen überraschen. Es wird schlampig oder
unvollständig gegebene Hilfen mit Leichtigkeit ausgleichen. Ein routiniertes
Pferd kann neue Spiele in kurzer Zeit durch Nachahmung von einem ihm gut
bekannten Pferd lernen. Besonders spannend wird das gemeinsame Spiel mit zwei
Pferden und einem Menschen oder auch umgekehrt mit zwei Menschen und einem
Pferd. Spiele sind bei fast jedem Wetter und praktisch überall möglich. Mit
einem geübten Pferd kann man zusammen mit Reitern in einer Reitanlage spielen,
da es die Ablenkung weitgehend ignorieren und das Spiel als interessanter
einstufen wird. Schließlich können viele Spiele auch vom Sattel aus gespielt
werden.
Beim Spielen bekommt das Pferd keine detaillierten und komplexen
Hilfen. Es trägt kein Gebiss oder Knotenhalfter und keinen Longiergurt. Ich
führe es nicht an der Longe oder an einem Seil und gebe keine Touchierhilfen mit
der Gerte und auch keine treibenden Hilfen mit der Longepeitsche. Allerdings
setze ich auch meine Körpersprache nicht bewusst ein. Das Pferd erhält seine
Spielanleitungen nicht in eindeutiger Pferdesprache schon vorgekaut serviert.
Mein Ziel besteht darin, dem Pferd seine naturgegebene Intelligenz auf
spielerische Weise zu entlocken.
Es gibt in der spielerischen Arbeit mit dem Pferd keine
normierten Methoden und keine festgesetzten Ausbildungsziele. Eine Spielsitzung
dauert etwa zehn bis vierzig Minuten. Die Spielzeit stimme ich auf den
Routinestatus, die Persönlichkeit, das Geschlecht, das Alter, die Motivation und
die Tagesverfassung des Pferdes möglichst genau ab. |