Islandpferdehof Wienerwald

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Florian Zellmayer

Veronika Zitterbart  "Versuchst Du nicht, mich zu kontrollieren, indem Du mich in ein starres Schema presst, so wirst auch Du nicht von mir kontrolliert, da ich nicht von Dir verlange, Dein Schema konsequent einzuhalten."

 

Dieses Zitat stammt von meinem Fuchswallachen Sveidi, der vielleicht der beste Lehrer ist, dessen Aufmerksamkeit ich in meinem bisherigen Leben genießen durfte. Nachdem ich ihn durch meine Kaufentscheidung aus seinem eintönigen und überfordernden Leben als Schulpferd befreit hatte, erhielt ich von ihm ein besonders wertvolles Geschenk. Ich konnte mich von meinem Pferd in die Geheimnisse des gemeinsamen Spielens einweihen lassen. Auf diese Weise lehrte mich mein behufter Freund, die vielfältigen Möglichkeiten der Harmonie zwischen Mensch und Pferd zu entdecken und jeden Tag wieder zu erleben.

Beim Spielen mit Pferden lasse ich eine gemeinsame Kommunikationsbasis zwischen Mensch und Pferd entstehen. Dabei lernen sich Mensch und Pferd gegenseitig lesen und verstehen. Aus der Anleitung durch den Menschen und der Körpersprache des Pferdes baut sich eine neue harmonische Sprache auf, die genau auf die Bedürfnisse der jeweiligen Kleinstherde aus Mensch und Pferd zugeschnitten ist.
Ein gut eingearbeitetes Pferd sieht im Spiel eine motivierende und lohnende Rätselralley, an der es sich entspannt und locker beteiligen kann und in der es eigentlich keine Fehler machen kann. Ein solches Pferd wird seinen Menschen mit eigenständigen Problemlösungen  und kreativen Spielvorschlägen überraschen. Es wird schlampig oder unvollständig gegebene Hilfen mit Leichtigkeit ausgleichen. Ein routiniertes Pferd kann neue Spiele in kurzer Zeit durch Nachahmung von einem ihm gut bekannten Pferd lernen. Besonders spannend wird das gemeinsame Spiel mit zwei Pferden und einem Menschen oder auch umgekehrt mit zwei Menschen und einem Pferd. Spiele sind bei fast jedem Wetter und praktisch überall möglich. Mit einem geübten Pferd kann man zusammen mit Reitern in einer Reitanlage spielen, da es die Ablenkung weitgehend ignorieren und das Spiel als interessanter einstufen wird. Schließlich können viele Spiele auch vom Sattel aus gespielt werden.

 

Beim Spielen bekommt das Pferd keine detaillierten und komplexen Hilfen. Es trägt kein Gebiss oder Knotenhalfter und keinen Longiergurt. Ich führe es nicht an der Longe oder an einem Seil und gebe keine Touchierhilfen mit der Gerte und auch keine treibenden Hilfen mit der Longepeitsche. Allerdings setze ich auch meine Körpersprache nicht bewusst ein. Das Pferd erhält seine Spielanleitungen nicht in eindeutiger Pferdesprache schon vorgekaut serviert. Mein Ziel besteht darin, dem Pferd seine naturgegebene Intelligenz auf spielerische Weise zu entlocken.

 

Es gibt in der spielerischen Arbeit mit dem Pferd keine normierten Methoden und keine festgesetzten Ausbildungsziele. Eine Spielsitzung dauert etwa zehn bis vierzig Minuten. Die Spielzeit stimme ich auf den Routinestatus, die Persönlichkeit, das Geschlecht, das Alter, die Motivation und die Tagesverfassung des Pferdes möglichst genau ab.

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